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Kanu auf der Ruhr
Kanu auf der Ruhr ist mittlerweile ein beliebtes Ausflug Schulklassen. Bereits seit rund zwanzig Jahren gibt es diese Kanu Touren, seit „Ruhr2010“, der Kulturhauptstadt Essen im Ruhrgebiet, gibt es einen regelrechten Boom. Gerade die Tour mit dem Kanu von Hattingen nach Essen erfreut sich größter Beliebtheit. Kein Wunder, dieser Abschnitt bietet mit der Burg Isenburg kurz vor Bochum Dahlhausen und mit dem Naturschutzgebiet „Ruhraue Hattingen Winz“ tolle Sehenswürdigkeiten entlang der Kanu Strecke. Die meisten Teilnehmer dieser Kanutouren bevorzugen den Kanuverleih. Bei dieser Variante erhalten die Teilnehmer eine ausführliche Einweisung in Kanutechnik, Streckeninfos und Sehenswürdigkeiten, bevor die Tour selbstständig in Hattingen gestartet wird und die Boote anschließend in Bochum oder Essen am Zielpunkt zurückgegeben werden.
Die Highlights der Strecke
Henrichshütte
Die Kanutour startet ganz in der Nähe der Henrichshütte in Hattingen. Neben einer hervorragenden Gastronomie, das „Henrichs“, beherbergt das 1987 geschlossene ehemalige Stahlwerk heute ein Industriemuseum. Die Henrichshütte ist Teil der Route der Industriekultur und bietet den vielen Besuchern die jährlich das Gelände besuchen spannende Eindrücke in eine vergangene Epoche. Unser Kanuverleih findet nur 500 Meter unterhalb dieses beeindruckenden Monumentes statt. Im besten Sinne wird hier der Wandel des Ruhrgebietes von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Freizeitmetropole sichtbar.
Der Leinpfad
Der ständige Begleiter einer Kanutour zwischen Hattingen, Bochum und Essen ist der Leinpfad. Er verläuft linksufrig und ist heute zum Ruhrtalradweg ausgebaut. Früher diente er der Schifffahrt. Mit Pferden wurden die Kohle und Eisenerz transportierenden Lastkähne gegen die Strömung die Ruhr hinauf gezogen. Stromab dagegen ging es dann wieder mit der Strömung der Ruhr. Heute sind die meisten Teile des Leinpfad Fahrrad-tauglich asphaltiert, nur auf Höhe der kleinen Stromschnelle „Isenbergschwall“ findet sich noch ein kleines Stückchen des historisch gepflasterten Leinpfads.
Naturschutzgebiet Hattingen Winz
Befährt man die Ruhr von Hattingen nach Bochum mit dem Kanu, befindet sich zur Rechten auf dem Großteil der Strecke das Naturschutzgebiet Ruhraue Hattingen Winz. Das Rund 119 Hektar große Areal steht seid 1998 unter Naturschutz und bietet heute einer Vielzahl von Vögeln und Pflanzen eine sichere Zuflucht an der grünen Seite des Ruhrgebiets. Zur Landschaftspflege wird heute eine halbwilde Herde große schwarze Heckrinder eingesetzt. Die imposanten Tiere, deren Aussehen eher einem spanischen Stier denn einer deutschen Kuh gleicht, halten nebenher ungebetene Besucher vom Betreten des Naturschutzgebietes ab. Vom Kanu aus bietet sich an manchen Tagen ein guter Blick auf die Herde, so dass die Kanutour auf der Ruhr zur „kleinen Ruhrgebietssafari“ wird.
Isenburg
Etwa 4 Kilometer nach dem Start mit dem Kanu in Hattingen, erreicht man die Isenburg, deren Überreste auf dem Isenberg am linken Ufer der Ruhr zu finden sind. Der schroffe Felssporn, auf dem die Burg einst errichtet wurde, thront strategisch günstig über der Ruhrschleife und bietet eine gute Aussicht. Errichtet wurde die Isenburg – in alten Dokumenten auch bekannt als Burg Isenberg – in den Jahren 1193 bis 1199. Bereits 1226 war es dann mit dem Burgfrieden schon wieder vorbei. Nachdem Graf Friedrich von Isenberg seinen Onkel, den Erzbischhof Engelbert I. von Köln, tötete, wurde die Burg geschliffen und der Graf in Köln hingerichtet.
Heute ist die Burg ein öffentliches Denkmal und beherbergt ein Museum welches in dem 1858 auf dem Gelände der Burg errichteten Haus Coutodis untergebracht ist. Nebenbei beherbergt das Haus Coustodis die wohl exponierteste Dienstwohnung des Ruhrgebiets – nämlich die des Denkmalpflegers der Stadt...
Schwimmbrücke Bochum Dahlhausen
Die Schwimmbrücke von Bochum Dahlhausen kündigt den Ausstieg und damit das Ende der Kanutour bis Bochum an. Die bereits 1898 fertiggestellte Brücke wurde im zweiten Weltkrieg stark beschädigt und dann 1959 wieder neu gebaut. Kanufahrer passieren sicherheitshalber den rechten Bogen der Brücke, um ausreichenden Abstand zu der Wehranlage auf der linken Seite zu halten. Etwa 150 Meter hinter der Brücke befindet sich die Ausstiegsstelle Bochum Dahlhausen.
Eisenbahnmuseum Bochum Dahlhausen
Passiert man mit dem Kanu die Ausstiegstelle in Bochum Dahlhausen, erreicht man nach einigen hundert Metern eine alte Eisenbahnbrücke über die Ruhr. Von hier ist es nicht weit zum rechtsufrigen Dahlhauser Eisenbahnmuseum. Seit 1977 wird hier auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Bahnbetriebswerks Bochum Dahlhausen von der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V. der Museumsbetrieb organisiert.
Unter den 180 Exponaten finden sich legendäre Dampflokomotiven, die auch heute noch die Herzen vieler Eisenbahn-Fans höher schlagen lassen. Auch diese Station der Kanutour zwischen Hattingen und Essen zeugt von der wandlungsreichen Geschichte dieser Region vom Industriestandort hin zum grünen Naherholungsziel. Wer heute auf der Ruhr mit einem Kanu fährt, muss schon genau hinschauen um festzustellen das die Ruhr einst ein industriell genutzter Fluss gewesen ist.